Rollenspiele 2020 – Spielhilfen

Oh nein, ich hab zu lange gebraucht für meine Serie, jetzt steht da 2020 und es ist doch schon 2021! Mist.

Abenteuer vorbereiten ist irgendwie aufwändig… immer wieder nehme ich mir vor, das möglichst knapp zu machen, aber ich bin da nicht gut drin. Johnny von Dicebreaker (Top Kanal für Rollen- und Brettspiele) hat mal in einem Video seinem Freund Luke Westaway gezeigt, wie man meistert, und das hier sind seine Aufzeichnungen (die erste Szene oben drüber hatte 8 Zeilen oder so, das hier ist direkt nach dem Story Hook):

Das ist echt nicht viel… Dagegen hat mein letztes Quest-Abenteuer satte 12 Seiten und beginnt mit stimmungsmachenden Einspielern zu jeder Szene. Gar nicht schlecht eigentlich, aber das was Johnny macht finde ich sehr cool. Da zeigt sich ein großes Vertrauen, dass er und die Spielenden das schon füllen werden (bzw das Wissen, dass alle Pläne eh über den Haufen geworfen werden, wenn die Spielenden anfangen was zu machen).

Kartentools

Quasi schon immer fand ich die Sachen von Watabou alias Oleg Dolya super. Seine Zufallsgeneratoren spucken Siedlungen und Städte aus, dass es eine Freude ist!

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Mittlerweile hat er auch Generatoren für Fantasy-Regionen, Dörfer (nochmal andere Optik als die Siedlungen) und Dungeons! Ich finde die unfassbar, da kann man quasi sofort eine Kampagne starten und mit der Gruppe da durchrennen.

Wer es besser planen will, ist in meinen Augen mit Inkarnate gut beraten, da kann man selber malen und spannende Orte markieren. Mein erster Versuch war ohne große Vorkenntnisse gleich ganz brauchbar, if I say so myself. Und ich hab nur 10 Minuten investiert, da kann man natürlich weit mehr machen! Möglich sind Welten, Regionen und auch kleine „Battlemaps“ von direkten Szenen, was für Tabletop-Kampf-Simulationen hilfreich sein kann. In der Pro-Version kostet das einen 5er pro Monat. Alternativ kann auch Wonderdraft ganz ähnliche Sachen für einmalig 30 Dollar.

Von der Optik her eigentlich ohne jede Konkurrenz ist der RPG Map Editor 2 von Sébastien Benard, seines Zeichens Videospiele-Entwickler zB bei Dead Cells und zig anderen Titeln. Hier ist vor allem das Platzieren von Licht eine Quelle von großer Freude, aber man muss auch etwas mehr Zeit investieren… Alles gratis, und auf Wunsch auch browserbasiert.

Wiki-Systeme

Ganz neu herausgefunden habe ich, dass es Wiki-Systeme gibt, die sich explizit an Rollenspiel-Leute richten! Schon lange am Markt ist World Anvil (in meinen Augen leider von Feature Creep befallen, da ist es mittlerweile ein bisschen unübersichtlich geworden), relativ neu ist Legendkeeper.

Ich habe mir beides angeschaut, und Legendkeeper hat für mich die Nase vorn, weil sie wirklich sehr gut darauf achten, dass es leicht zu benutzen ist und gut aussieht. Soll ja auch Spaß machen. Man tippt los, sobald man einen / schreibt, kann man Sonderblöcke einfügen, zum Beispiel Geheimnisse (sehen nur Admins) oder Infos oder Bilder oder Spalten oder natürlich Links! Guter Workflow!

Bei Legendkeeper ist das Wiki sehr eng verwoben mit einer Karte, auf der man für jeden Artikel einen Pin platzieren kann. Sowie ich es verstehe, können es sogar mehrere Karten sein, d.h. wenn ich auf meiner Weltkarte eine Region anklicke, öffnet sich die Karte der Region mit den dazugehörigen Pins. Spannend!

Online spielen

Online Videokonferenz und man kann auch noch Würfeln und Figuren schieben! Neben Roll20, dem aktuellen Marktführer, gibt es noch Role, von dem ich sehr überzeugt bin. Ich steh einfach drauf, wenn Systeme von vornherein darauf achten, dass die Usability nicht im Weg steht. Roll20 hat deutlich mehr Features, aber Role sieht massiv besser aus und ist total einfach zu benutzen. Eine Spielerin von mir sagte beim Ausfüllen ihres Charakterblatts „Wie cool, schon das macht ja total Spaß“. Nuff said.

Zufallstabellen

Als ich früher, so in meinen Zwanzigern Rollenspiele gemacht habe, habe ich noch Windows genutzt und hatte so Zugang zum TableSmith, einem tollen Tool, für das ich damals auch (wie ich finde) richtig heißen Scheiß gebaut habe. Der TableSmith würfelt quasi zufällig auf Tabellen, aber weil es ein Programm ist, geht das beliebig komplex. Ich hatte damals sogar eine Tarot-Tabelle inklusive Bildern gebaut, der hat komplette Legungen produziert, inklusive Deutungshilfe. Schade, dass ich da aufgrund meines Wechsels zu Linux nicht mehr drankomme… (wenn noch jemand TableSmith nutzt, guckt doch mal ob die das noch mitausliefern!).

Neulich habe ich gesehen, dass es jetzt ein ähnliches Tool gibt, nämlich RandomGen von Orteil. Orteil hat verrückterweise auch den Cookie Clicker programmiert, der hat es zu einigem Ruhm als Clickergame gebracht! RandomGen aber erlaubt einem sehr einfach, irgendwo gehostete Textdateien zu nutzen, um Zufallstabellen zu machen, so nach dem Format

$adjektiv
toll
gut
praktisch

$nomen
Das Tool
Die Software
Die Website

$satz
[nomen] ist wirklich [adjektiv]

Vielleicht fang ich da bald nochmal das Basteln an, es ist auf jeden Fall super zu wissen, dass es das gibt!

Lass die Spieler*innen arbeiten!

Neben all diesen digitalen Tools möchte ich abschließend gern noch unterstreichen, dass Tools natürlich auch wirklich innerhalb des Spiels existieren: Ein total wichtiges Tool für mich ist das Recluse-Orakel, von dem ich letztens schon schrieb. Wenn ich nicht weiter weiß, stelle ich eine Ja/Nein-Frage und lasse das Orakel entscheiden.

In ähnlicher Form nutze ich auch gern die Spielenden! Wenn ich nicht weiter weiß, frage ich einfach die anderen! Dabei ist das Geheimnis, dass gute Fragen schon eine Richtung einschlagen…

„Etwas ist ungewöhnlich an dieser Kneipe. Was ist es?“
„Der Wirt war nicht immer Wirt. Was hat er vorher gearbeitet und woran merkt man es?“
„Euer Zimmer hat eine gute und eine schlechte Überraschung für euch. Spielerin A, was ist die gute? Spieler B, was ist die schlechte?“

Das macht den meisten ziemlich Spaß und nimmt mir Arbeit ab!

In gleicher Art habe ich begonnen, am Anfang von Sitzungen die Mitspielenden Sachen sammeln zu lassen, die ich dann später nutzen kann. Ideen für besondere Gegenstände, Figuren aus deren Hintergrundgeschichte, die sie vermissen oder bei denen sie froh sind, dass sie weg sind… Das ist zum einen eine simple Einstimmungsübung, sodass man wieder in der Fiktion ankommt, und zum anderen habe ich einiges an Futter, bei dem die Spielenden sich freuen, wenn es dann vorkommt!


Damit beende ich die Serie (und date mal schnell überall die Übersicht up). Gerade bei den Tools gibt es natürlich Hunderte, ich hab jetzt einfach mal die ausgewählt, die mich wirklich sehr begeistert haben! Wenn ihr noch was in petto habt, immer her damit!

3 Gedanken zu „Rollenspiele 2020 – Spielhilfen“

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