Experiment Sonnentier

Zirbeldrüse, Zirbeldrüse! Die Zirbeldrüse sitzt hinter unseren Brauen und merkt, ob es hell ist oder dunkel, sie stellt quasi unsere innere Uhr. Und natürlich mischen wir die oft ganz schön auf, mit elektrischem Licht, Handy-Bildschirmen und Fernsehern, und wir richten uns auch nicht so wirklich nach dem, was sie uns zurückmeldet.

Auch wenn ich persönlich sogar sagen muss: hören tu ich ihre Botschaften schon, und sobald es dunkel ist, bin ich müde. Aber trotzdem sitze ich dann abends bei Licht im Zimmer und lese Foucault spiele Playstation.
In der ZEIT war jetzt ein Artikel zur Zeitumstellung, mit dramatischen Infos! Direkt nach der Umstellung auf die Sommerzeit gibt es mehr Schlaganfälle, mehr Fehlgeburten, und die wissenschaftliche Betrachtung verweist auf die Zirbeldrüse: wir leben dann auf einmal komplett verschoben zu dem (eh schon nicht so naturnahen) bisherigen Rhythmus, und das bringt Strom auf die Tapete.

Ich möchte demnächst mal ein Experiment machen. Die ZEIT zitiert einen Physiologen aus Colorado, USA, der hat Leute nach der Zeitumstellung campen lassen, mit der Sonne aufstehen, mit Einbruch der Dunkelheit kein elektrisches Licht mehr, und schwupps, ging die Schlafdauer hoch (goodbye Schlafprobleme).

Ich schlafe zwar eigentlich ganz gut, finde das aber spannend und will mal schauen, wie es mir geht, wenn ich mein Leben nach der inneren Uhr richte. Also werde ich das demnächst mal für eine Woche nachahmen, Wecker auf die Zeit des Sonnenaufgangs, und abends dann nur noch Kerzen und auch zügig ins Bett.

Sonnenaufgang ist momentan um 7:13 (hell ist es schon etwas früher), Sonnenuntergang schon um 19:53.

Ich werde berichten.

Titelbild von Arkady Lifshits

4 Gedanken zu „Experiment Sonnentier

  1. Hi-hiii … ich kann berichten, das ich das seit dem letzten Spätsommer in etwa so mache, weil seit dem Frühjahr das ins Bettbringen der kleinen Giraffe mein Job ist, und da deren Chronotyp eher Eule ist, vermutlich als Winterkind aber auch einfach enger an den Hell-Dunkel-Rhythmus gekoppelt ist, zieht sich das ins Bettbringen halt gerne bis nach Einbruch der Dunkelheit und schon im September hatte ich oft schlicht nicht mehr genug Kraft, mich während Madame einschläft selber noch wachzuhalten. Der Wecker klingelt dann um 6:45, wie Du ja weisst, hihi, und bis vor zwei Wochen hat der mich dann auch wirklich geweckt. Dann ging es los, dass ich noch vor dem Wecker wach wurde. Was kann ich also berichten: Ich bin den Winter über so ziemlich regelmässig auf 10 Stunden Schlaf am Tag gekommen, was aber andererseits auch einfach zu den Kraftakten während der anderen 14 Stunden passte.

  2. Ich bin gespannt auf deinen Bericht, finde die Idee schon mal sehr interessant! Vielleicht macht die Sache ja so viel Laune, dass du einen weiteren Versuch inkl. Zelten hintendran hängst 😊

  3. Dann bin ich mal gespannt, wie es ist, wenn man stattdessen einfach wirklich schläft – das sind ja nochmal erschwerte Bedingungen mit kleiner Giraffe!

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